Herrlich in dem goldenen Schein der untergehen⸗ den Sonne, die über der Scenerie verweilte, als wenn ſie ſie beſonders liebte, erhob ſich der unver⸗ gleichliche Dom von St. Peter— das Meiſterwerk des großen Genius Michael Angelo's und das ein⸗ zige ſeines Andenkens würdige Monument.
Es wäre ſchwer, die Gefühle der jugendlichen Reiſenden bei ihrem erſten Anblick der ewigen Stadt zu beſchreiben; wir können ſie nur mit den Gefühlen vergleichen, die ſich bei Erfüllung eines feenhaften Traumes oder einer poetiſchen Viſion kund geben.
Es war Rom, das ſie ſahen— die Erbin der Civiliſation des Oſtens,— Babylons, Egyptens, Griechenlands.
Rom! In dieſem einen Worte iſt die Geſchichte der Welt enthalten.
Nach einigem Aufenthalt innerhalb ſeiner Mauern legte ſich die Begeiſterung ſeiner Zöglinge, wie Major Henderſon vorausgeſehen hatte, und an ihre Stelle trat ein Gefühl von Sättigung und Niedergeſchla⸗. genheit. Sie fanden Bettler auf dem Forum und dem Kapitol, Bettler an den Thoren der Paläſte und Tempel. Rom iſt ſo zu ſagen die Hauptſtadt des Bettels; wenn auch ſeine Bürger jedes andere Pri⸗ vilegium verloren haben, ſo iſt ihnen wenigſtens das Recht geblieben, betteln zu dürfen! An den Ein⸗ gängen der Kirchen und Muſeen ſieht man kräftige Arme ausgeſtreckt und von allen Seiten hört man „Carita, carita!“ rufen.
Peter Marl wurde ganz ärgerlich darüber und hätte gar zu gern dieſes Volk mit dem Stock von den Thoren des Hotels weggejagt. Wenn er auch


