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Milly deutete nach dem Karren.
Schnell wie der Blitz ſprang der Jüngling auf dieſen zu und kehrte mit dem Kind in ſeinen Armen zurück. Noch nie in ſeinem Leben hatte er eine ſo große innere Befriedigung gefunden, als er es in die Arme ſeiner Mutter legte, die ſeine Hand mit leiden⸗ ſchaftlicher Dankbarkeit küßte, bald lachte, bald weinte und ihm des Himmels Segen wünſchte.
„Fluch über ihn!“ ſchrie Martha,„der Fluch der Rumänen über euch alle!“
„Ihr mögt fluchen ſo viel ihr wollt, meine gute Frau,“ bemerkte Peter Marl trocken,„namentlich wenn S euch Erleichterung gewährt.“
„Möge euch Blindheit treffen,— Armuth euch heimſuchen— und Fieber das Mark eurer Glieder ſchütteln! Mein Sohn wird bald hier ſein. Paßt nur aufl paßt nur auf!“
„Eine ſehr angenehme Bekanntſchaft,“ ſagte Oli⸗ ver,„wenn er ſeiner Mutter gleicht.“
„Sie iſt meine Nichte,“ fuhr die Zigeunerin fort, „ich habe Mutterſtelle an ihr vertreten. Sie iſt ent⸗ flohen und hat ſich ſchmählich mit einem Häuſerbe⸗ wohner vergangen. Ihr habt kein Recht, ſie mir zu entreißen. Gebt ſie mir zurück! Gebt ſie mir zurück!“
„Hören Sie ſie nicht an!“ rief Milly;„um's Himmelswillen, hören Sie ſie nicht an, ſie hat mich aus meinem Hauſe— meinem Gatten mich gewaltſam entführt.“
Bei dem Worte„Gatte“ ſtieß Martha ein belei⸗ digendes Gelächter aus, das eine tiefe Röthe auf die Wangen des hintergangenen aber noch immer ver⸗ trauenden Mädchens jagte.


