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nen; ſie iſt aber jedenfalls die kälteſte und in vielen Fäl⸗ len die wenigſt liebenswürdigſte Eigenſchaft dieſer Art.
An drei verſchiedenen Stellen erkletterte unſer Held die Mauer, um einen Einblick in den Garten zu erhalten und wo möglich zu einer Unterredung mit der unglücklichen Lady Fairclough zu gelangen.
Beim letzten Verſuch glückte es ihm endlich. Das
Opfer der Grauſamkeit Sir Aubrey's ſaß unter einem Baum mit dem Ausdrucke der tiefſten Melancholie. Jammer— hoffnungsloſer Jammer, welcher das Blut gleich dem Fieber verzehrt— ſtand auf jedem Linea⸗ ment ihres bleichen, aber noch immer ſehr ſchönen
Geſichts geſchrieben. Glücklicherweiſe war ſie allein ⸗
— ihre Unglücksgefährten waren zu entfernt, um etwas hören zu können, und keiner der rohen Wärter in der Nähe.
Oliver wagte es ſie beim Namen zu rufen; aber entweder war die Entfernung zu groß, oder war ſie zu ſehr in ſich ſelbſt verſunken, als daß ſie den Schall ſeiner Stimme hätte vernehmen können.
Er machte deßhalb einen kleinen Stein aus der Mauer los und warf denſelben zu ihren Füßen nie⸗ der. Sie erſchrack und ſchaute ſich ugſchü um.
„Hier, Lady,“ ſagte der Jüngling.„Auf der
auer— auf der Mauer!“ Mit einem Freudenſchrei eilte die Gefangene auf ihn zu.
„Haben Sie mich vergeſſen?“ fuhr er fort.
Erſtaunen raubte ihr einen Augenblick lang die Fähigkeit zu ſprechen, denn obgleich ein Jahr ſeit jener Begegnung in ber Scheune hingegangen war, erkannte ſie ihn doch augenblickich.


