Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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geheim gehalten hatte, vorzubeugen, die letztere aus dem inſtinktartigen Zartſinn, der ſie lehrte, ihr Glück und ihre Schande vor den Augen der Welt verbor⸗ gen zu halten, die ſtets geneigter iſt den Fehler, als die Verſuchung hiezu, zu beurtheilen.

Die ältere der beiden Dienſtboten hatte ſich die Abweſenheit ihrer Herrin zu Nutze gemacht, um ihre Bekannten in Richmond zu beſuchen, indem ſie es dem andern Dienſtmädchen überließ, das Kind zu hüten, das in der Hängematte unter dem Baume ſchlief.

Es wurde geſchellt: ihre Herrin war pon dem Spaziergange bis an den Eingang der Stadt zurück⸗ gekehrt, wo dieſe Abſchied von ihrem Verführer ge⸗ nommen hatte, der plötzlich nach London abgerufen worden war.

„Paß auf, Snap!“ ſagte das Mädchen, auf das Kind deutend.

Der alte Hund beantwortete dieſe Aufforderung mit einem Blicke von faſt menſchlicher Intelligenz und das Mädchen eilte dem Hauſe zu. Sobald ſie verſchwunden war krochen Martha und Kaled aus ibrem Verſteck hervor. Der Hund ließ ein drohendes Knurren hören.

„Ruhig, Beſtie,“ ſagte der Landſtreicher.

Seine Mutter warf dem Thiere einige Kügelchen, aus Fleiſch und andern Ingredienzien beſtehend, vor, welches durch einen ganz eigenthümlichen Wohlgeruch, das dieſes Gemengſel verbreitete, angelockt, daſſelbe gierig verſchlang.

Sobald dieß geſchehen, war nichts mehr zu fürch⸗ ten, denn wenige Secunden hernach lag der Hund ſtöhnend und ſterbend am Fuße des Baumes. Smith, Milly Moyhne. I. 15