Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

217

„Wir ſind noch nicht ſo weit hondelseinig ge⸗ worden, daß ich Ihnen auch dieß ſagte“ antwortete die Zigeunerin ſchlau.

„Ich will Sie reich belohnen,“ rief Lady Fair⸗ clough mit ſteigender Heftigkeit—„Ihre Habſucht aufs äußerſte beigen Ich will eine Rache neh⸗ men, die ſein Herz ebenſo tief treffen ſoll, wie er

das meinige zerriſſen hat. Kalter„ herzloſer,

ächtlicher Heuchleri“

Das Weib hörte ihrem Raſen zu und beobach⸗ tete ihr Bemehmen eine Zeitlang ohne ein Wort zu ſprechen.

„Iſt dieß Ihp— Ernſt?“ fragte ſie;„iſt dieß Ihr wirklicher feſter Entſchluß, bei dem Sie behar⸗ ren bleiben, oder blos der Ausbruch der Leiden⸗ ſchaft? Die Häuſerbewohner gehen, wie ich gehört habe, leicht über derlei Dinge weg; der rumäniſche Abkömmling aber hält an einem einmal gefaßten Vorſatze feſt, bis er ausgeführt iſt.“

„Ich ſtamme aus einem Lande, wo das Gefühl eines erlittenen Unrechts ſehr tief iſt,“ verſetzte die eiferſüchtige Frau,„und wo der Durſt nach Rache anhält.“

„So ſind Sie alſo nicht aus dieſer Gegend,“ ſagte Martha.

„Nein.“ 5

„Das erklärt die Sache,“ bemerkte die Zigeune⸗ rin;„ich meinte doch gleich eine Kreuzung des Blu⸗ tes in Ihnen zu finden, die ich nicht recht verſtand. Wenn Sie wirklich ſtundhaft ſind,“ ſetzte ſie hinzu,

indem ſie vorſichtig umherblickte, um ſich zu über⸗

—

———

——

————

—