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ganzes Herz geſchenkt hatte, vermochten ſie zu über⸗ zeugen, daß ſie geliebt ſei. Wie durch Hel, das in die aufgeregten Waſſer der Tiefe geſchüttet wird, wurden die Wogen der Leidenſchaft eine Zeitlang zwar dadurch beruhigt, um aber gleich dieſem in den trüben Stunden der Einſamkeit und des Nach⸗ denkens mit verdoppelter Heftigkeit zurückzukehren.
Gleich vielen Frauen in ähnlicher Lage bildete ſich die eiferſüchtige Gattin einfältigerweiſe ein, es ſei der Zweifel an ihres Gemahls Treue, der ſie quäle und daß, wenn ſie einmal von ſeinem Betrug überzeugt wäre, ſie ihr Herz von ihm abwenden, ſich von ihm trennen und ihn vergeſſen würde. Sie hätte ebenſo leicht beſchließen können, ſich von ſich ſelbſt zu trennen. Für eine Bekehrung wie die ihrige, gab es nur Eine Kur— die Verachtung; aber ſie kannte die unergründliche Erbärmlichkeit von Sir Aubrey's Charakter noch nicht.
Bei den meiſten Prüfungen in unſerem Leben
findet man ebenſo viel Poeſie, als Gerechtigkeit. Lady Fairclough wurde da beſtraft, wo ſie in ihren Neigungen ſich verfehlt hatte. Sie hatte die reine und heilige Liebe ihres Sohnes von ſich geſtoßen, dieſelbe in dem Wirbelwind einer alles verſchlingen⸗ den Leidenſchaft gänzlich überſehen.
Obgleich ein Jahr darüber verfloſſen war, ſeit ſie verſprochen hatte, dem armen Philipp zu ſchrei⸗ ben, ſo hatte dieſer doch noch immer vergebens auf einen Brief von ſeiner Mutter zu hoffen.
Die gequälte eiferſüchtige Gattin hatte ſchon mehrmals, während ſie in ihren Wagen zu ſrigen im Begriff ſtand, eine alte Zigeunerin bemerkt, weiche
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