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durchaus keine vorſichtigen Wächter ſeiner Gedanken waren. Was er fühlte, ſprach er auch aus, und Nie⸗ mand, der ihn kannte, zweifelte je an ſeiner Aufrich⸗ tigkeit.
4 Zu dieſem Porträt bildete ſein Begleiter, der nicht mehr als zwölf Lebensjahre zählen konnte, in phyſiſcher Beziehung wenigſtens, den vollſtändigſten Contraſt.
Philipp Blandford hatte dunkles Haar und Auge, wie man es meiſtens nur bei Bewohnern des ſonni⸗ gen Südens findet. Es kog eine Welt von Gefüh⸗ len und ſchlummernden Leidenſchaften darin, nament⸗ lich wenn man ſeine Jugend in Betracht zog; auch Intelligenz blitzte zuweilen hell darin auf, verſchwand aber immer ſogleich wieder, als wenn lange Gewohn⸗ heit oder der noch ſtärkere Einfluß von Furcht den jungen Menſchen gelehrt hätten den Ausdruck dieſes Auges zu bewachen oder ſich gehorſam zu machen.
Eine alizu frühzeitige, aber eben darum unnatürliche
Schwermuth ſchien auf jedem Lineament ſeines ſchö⸗ nen Geſichts eingegraben zu ſein und zwar ſo tief, wie ſie nimmer bloß augenblicklicher Kummer oder vorüber⸗ gehendes Unwohlſein zurücklaſſen, ſondern ſo, wie ge⸗ wöhnlich anhaltendes Leiden ſein Siegel aufzudrücken pflegt. Er lächelte ſelten, außer wenn ſein Kamerad, an deſſen Arm er mit hoffnungsvollem, rührendem Vertrauen hing, ihm in kiebreichem Tone zuſprach; dann veränderte ſich wohl auf einen Augenblick ſein Geſichtsausdruck, deſſen Trauer ebenſo verſchwand, wie der Schatten einer über einer Landſchaft hängen⸗ den Wolke einem plötzlich hervorbrechenden Sonnen⸗ ſtrahle weicht.
Obgleich die Kleider der beiden jutlgen Leute die


