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Wenige Perſonen waren in der engliſchen Ge⸗ ſellſchaft oder vielmehr in dem reiſenden Theile derſelben allgemeiner gekannt als der Graf Lilini; man kannte ſein Geſicht an jedem Hofe. Ohne eine officielle Stellung einzunehmen, hatte man ſich längſt gewöhnt, ihn zu den diplomatiſchen Kreiſen zu zäh⸗ len. Die natürliche Folge davon war, daß, wo er ſich befand, die erſten Häuſer ihm offen ſtanden.
Der Earl von Melbourg kannte ihn ſchon ſeit vielen Jahren und deſſen Gemahlin ſeit noch weit längerer Zeit. Ihre Bekanntſchaft datirte ſich aus Indien, aus der Zeit, alsihr Vater Generalgouver⸗ neur daſelbſt geweſen war. Er war einer der Zeu⸗
gen ihrer heimlichen Vermählung mit dem Bruder
des Generals Trelawny geweſen, kein Wunder daher, daß er ein gefeierter Gaſt in Melbourg⸗Houſe war.
Die Gräfin drehte ſich raſch um, als Brandon und Eugenia den Salon verließen, und ſah die Augen Lilini's feſt auf ſich gerichtet. Sie erröthete tief. Der Ausdruck, der darin lag, konnte nicht mißverſtanden werden; ſie ſagten ſo deutlich, als es die Sprache zu thun vermocht hätte; die mit der Sié ſo eben ſprachen, iſt Ihre Tochter.
„Wahrhaftig Graf,“ lispelte ſie,„Sie ſind ein ganz außergewöhnlicher Menſch.“
„Wie ſo?“
„Sie— Sie errathen Alles.“
„Mit Ausnahme deſſen, was in dem Herzen einer Mutter vorgeht,“ erwiderte er ebenfalls mit halblauter Stimme.„Sie haben Ihr Geheimniß Ihrem Kinde mitgetheilt.“
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