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bei ihrer Geſellſchaft auszuſöhnen. Sie verwarf aber alle wieder als unausführbar; und als ſie eben auf dem Punkte ſtand, ſich ihrer Verzweiflung hinzugeben, kam ihr Beiſtand in der Perſon ihrer Schwägerin, der verwittweten Marquiſe von Cat⸗ teſſey, deren Equipage ſie in einer der Alleen be⸗ gegnete. Dieſe Dame war ſchon längſt Wittwe und da ſie ein großes Vermögen, aber keine Familie beſaß, ſo hatte ſie nichts zu thun, als mit ihren Schooßhunden, Vögeln und den Stadtgerüchten und den on dits des Tages ſich zu unterhalten.
Ihre Freunde— denn gewöhnlich verdanken wir ſolchen uneigennützigen Perſonen Alles was Schlimmes von uns geſprochen wird— hatten ihr ſchon längſt den Beinamen„Morgenpoſt“ gegeben, weil ſie in zehn Fällen gegen einen, mochte man ſie treffen, wo man wollte, irgend einen neuen Scandal mitzutheilen hatte— eine Schwäche, die man übrigens, beiläufig geſagt, nicht allein in der Modewelt oder bei dem ſchönen Geſchlechte trifft.
Auf ein Zeichen der in den Wägen ſitzenden Damen hielten dieſe an.
„Haben Sie die Neuigkeit ſchon gehört?“ fragte die Marquiſe haſtig.„Ich habe meinen Bruder noch nie ſo aufgeregt geſehen.“
Das Herz der Gräfin ſchlug ängſtlich und wenn ſie nicht ſo dickes Roth aufgetragen hätte, ſo hätte
ſich ihre Beklemmung äußerlich verrathen.
„Mein Reffe,“ fuhr die Schwägerin fort,„hat mich ſo eben verlaſſen, um ſeinen Vater aufzu⸗ ſuchen.“
„Sie haben mir aber ja den Inhalt Ihrer ganz


