Beſuche machen,“ fuhr Brandon fort.„Ich will auch das ſehen, wofür ich meine Dollars ausgebe.“
Die Gräfin fühlte ſich auf's Unangenehmſte berührt.
„Apropos, um wie viel Uhr ſollen wir heute Abend bei Ihrer Soare erſcheinen?“
Lady Melbourg war zu ſehr Weltdame, als daß ſie ſich ſo leicht hätte aus der Faſſung brin⸗ gen laſſen. Aber ſelbſt ihre Geiſtesgegenwart er⸗ hielt durch die Zuverſicht dieſes Menſchen einen Stoß.
„Miſtreß Burg iſt mir zu jeder Stunde, in der es ihr gefällt, ſich bei mir einzufinden, willkom⸗ men,“ erwiderte ſie mit großer Würde.
„Das iſt ſchön. Ich denke, wir werden nicht ſpät erſcheinen.“
Darf ich wohl hören, wen Sie unter„Wir“ verſtehen?“ fragte die Dame mit feinem Erſtaunen.
„Miſtreß Burg und mich.“
Die Gräfin ſetzte ſich auf einen der üppig ge⸗ polſterten Fauteuils, und indem ſie ihre Lorgnette vor die Augen hielt, firirte ſie den Yankee eine Zeit lang mit jener ruhigen Reugierde, welche an⸗ deutete, daß ſie ihre Faſſung wieder erlangt habe.
„Mein lieber Mr. Burg,“ erwiderte ſie;„ich zweifle keinen Augenblick, daß Ihre Perſon ein gro⸗ ßer Gewinn für jede Geſellſchaft— in Amerika wäre; aber in England ſind wir an eine Beredt⸗ famkeit in der eigenthümlichen Sprachweiſe der neuen Welt nicht gewöhnt, vielleicht weil wir ſie nicht zu würdigen wiſſen. Eben ſo wenig iſt man bei uns gewöhnt, Mann und Frau ſtets beiſam⸗
men zu ſehen. Ich empfange keinen Herrn in Mel⸗


