33
Indien iſt ein ſonderbares Land unb es kommen ſonderbare Leute von dort her.“
Nach dieſer Bemerkung warf ſich der Hausherr in ſeinen Lehnſtuhl zurück, zündete eine Cigarre an und legte ſeine Beine auf das Kamingeſims, in welch' anmuthiger Stellung er verblieb, bis das Rollen eines Wagens die Ankunft der Pairsdame verkündigte.
„Das iſt ſie!“ rief er aus.
Er ſcheint immer mit Lady Melbourgh ſich zu beſchäftigen, dachte Albert, den das Benehmen ſei⸗ nes Verbündeten mehr und mehr in Erſtaunen ſetzte.
Man hörte ein ſeidenes Gewand auf dem Vor⸗ platze rauſchen und ein leichter Schritt ließ ſich auf der Treppe vernehmen.
„Sie iſt in meiner Frau Bodoar gegangen“ (wahrſcheinlich meinte er damit das Boudoir), ſagte Brandon, indem er ſeine Beine vom Kamingeſims zurückzog und ſich anſchickte, das Zimmer zu ver⸗ laſſen.„Läuten Sie nur, wenn Sie noch mehr Claret wünſchen. Ich kann gar nicht begreifen, wie ein vernünftiger Menſch ſo fades Zeug ver⸗ ſchlucken kann; doch das iſt Ihre Sache, nicht die meinige. Ich komme bald wieder.“
„Wohin gehen Sie denn?“ fragte ſein Freund.
„Das iſt meine Sache und nicht die Ihrige!“ erwiderte der Yankee grinſend;„gemach, Albert; Sie werden nicht eher etwas erfahren, bis es mir beliebt, Ihnen etwas mitzutheilen. Verſuchen Sie nicht auszuwittern, wohin ich gehe.“
Das wäre nicht ſchwer, weil ich nur dem Ta⸗ baksgeruch folgen dürfte, dachte Capitän Mortimer,
5
Licht⸗ und Schattenſeiten. V⸗


