29
Schweſter einſchloß. In dem ſeinigen verlangte er Verzichtleiſtung auf Bella's Gelübde als ein Recht, Bella bat ſie darum als um eine Gefälligkeit. Wel⸗ chen Erfolg dieſe Zuſchriften hatten, wird ſich im Verlaufe unſerer Erzählung herausſtellen. Vorerſt können wir nichts weiter ſagen, als daß Eugenia
nicht die Perſon war, die, wenn man ſich nur an
ihre Gefühle und an ihren Verſtand wandte, einen Vortheil, den ſie erreicht hatte, gutwillig aufgab.
Sehundfünfzigſtes Capitel.
Unſer amerikaniſcher Abenteurer und deſſen Gat⸗ tin hatten ſich ſchon ſeit mehreren Monaten in ihrem prachtvollen Hotel in London niedergelaſſen und der Eitelkeit, dem dringenden Verlangen der Dame, in der Modewelt ausgezeichnet zu werden, war im vollſten Maße Genüge geſchehen, indem ihre Ge⸗ ſellſchaften die geſuchteſten während der ganzen Saiſon waren. Dieſen Erfolg verdankte ſie aber weniger ihrer Schönheit und ihren Talenten, als der plötz⸗ lich entſtandenen Freundſchaft, welche die Gräfin von Melbourg für ſie gefaßt hatte. Dieſe Pairs⸗ dame, obgleich eine der excluſivſten Leiterinnen des Modetons, hatte ſich Eugenia ſelbſt als eine Freun⸗ din der verſtorbenen Gemahlin des Generals Tre⸗ lawny vorgeſtellt.
Brandon behandelte dieſe ſtolze Dame mit un⸗ verholener Verachtung; ſie beſann ſich nicht, ſelbſt


