Stern an ſeiner Bruſt geſehen, ſo würde er ihn wohl für einen Tanzmeiſter gehalten haben; und doch floß das reinſte Blut Frankreichs in ſeinen Adern, das heißt nach heraldiſcher Anſicht— denn er war ein Montmorency— ein Geſchlecht, das ſchon vor Jahrhunderten die Deviſe angenommen hat„Dieu aide le premier baron Chrétien“— Gott beſchütze den erſten chriſtlichen Baron. Wenn man dieſen letzten Sprößling anſah, ſo ſchien dieſer Wunſch ſehr gerechtfertigt.
Herr von Montmorency war auf dieſen Vorzug im höchſten Grade ſtolz, eine Schwäche, welche Tal⸗ leyrand zu einem ſeiner beißendſten Wortſpiele Ver⸗ anlaſſung gab.
Als dieſer nämlich Geſandter am Hofe von St. James unter der Regierung Wilhelms IV. war, hatte der' witzige Diplomat bei einem Levée meh⸗ rere ſeiner Landsleute vorzuſtellen; unter andern den Edelmann, mit dem wir ſo eben unſere Leſer bekannt gemacht haben, und den Chef des großen Bankhauſes Rothſchild in Paris. Der Letztere war kurz zuvor erſt in den Adelſtand erhoben worden. Abſichtlich hatte der Geſandte beide Namen hinter einander auf ſeine Liſte geſetzt.
„Sir,“ ſprach ſeine Excellenz,„ich habe die Ehre Eurer Majeſtät Herrn von Montmorench, den erſten chriſtlichen Baron, und Herrn von Rothſchild, den erſten hebräiſchen, vorzuſtellen.“
Georg IV. würde ſein Wohlgefallen an dieſer Satyre durch ein feines Lächeln kund gegeben ha⸗ ben; Wilhelm aber, als alter Seemann, lachte laut auf— eine Beleidigung, welche das Haupt der


