Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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Getödteten weg und rettete Ihr Leben? Hätte ich nur einen Augenblick gezögert, ſo wäre das Hin⸗ derniß zwiſchen mir und der Frau, die ich einſt wahnſinnig geliebt, gehoben geweſen. Die Ehre forderte mich aber auf, zu handeln, denn Sie waren Adelaiden's Gemahl.“

„Wahr, ſehr wahr!“

„Hätte ein Bruder Sie ſorgfältiger pflegen, ge⸗ duldiger über Ihrem Krankenlager wachen können, als ich, dem Sie jetzt mißtrauen? Was wir doch für Träumer ſind!“ fuhr Lilini bitter fort.„Mit all meiner Erfahrung hinſichtlich der Undankbarkeit der Welt bildete ich mir in meiner Schwäche doch ein, daß es noch einen Mann gebe, der, ohne ſich durch Leidenſchaft oder Schwäche beeinfluſſen zu laſ⸗ ſen, fähig wäre, einen Freund zu ſchätzen.“

„Vergeben Sie mir, Lilini,“ ſprach der General, auf's Tiefſte ergriffen;„ich bin durch Krankheit ſchwach geworden; mein Herz iſt durch das Gift, das ihm eingeträufelt wurde, in einem ganz unna⸗ türlichen Zuſtande. Mein Vertrauen iſt unerſchüt⸗ tert. Hier meine Hand. Wenn Sie ſie ergreifen können, thun Sie es, und der letzte Zweifel wird dadurch aus meinem Gemüth verſchwinden.“

Im nächſten Augenblicke hielten ſich die beiden Männer in herzlicher Umarmung umfaßt.

„Wo iſt meine Frau?“ fragte der General.

Der Graf zog zweimal die Glocke und Frau von Courcie trat langſam in das Zimmer. Es war das zwiſchen ihrem Vertheidiger und ihr ver⸗ abredete Zeichen. Ihre Aufregung war ſo groß, daß ſie gegen den Stuhl, auf welchem ihr Gemahl

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