Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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ertrug ihren Schmerz in der Stille. Sie lernten ſie kennen, Sie trugen ihr Ihre Hand an und wurden, was ich einſt ſo ſehnlich zu werden gewünſcht hatte ihr Gatte.

Und doch wußte ſie, daß ſie getäuſcht worden war, bemerkte der General bitter.

Sie erfuhr es erſt viele Jahre hernach erwiderte Lilini,ſonſt würde ihr ſtrenges Ehrge⸗ fühl ſie veranlaßt haben, Alles zu geſtehen. Haben Sie vergeſſen, wie entſchieden ich eine Einführung in Ihre Familie abgelehnt habe? wie ungern ich Ihrem wiederholten Andringen endlich nachgab? Ein peinlicher Schritt war nöthig, um Adelaide in Kenntniß zu ſetzen, daß ich noch lebe, und ihr das Geheimniß zu erklären, das ſie geſetzlich zu Ihrer Frau machte.

Aber ſeitdem brachte der General mühſam hervor.

Seitdem, wiederholte der Erzähler dieſer trau⸗ rigen Ereigniſſe,iſt ſie mir nichts weiter als eine Schweſter geweſen.

Der General wiederholte dieſes Wort in zwei⸗ felndem Tone.

Mann! rief Lilini leidenſchaftlich aus,be⸗ ſitzen Sie weder Herz, noch Verſtand? Sind beide der Ueberzeugung verſchloſſen? Dieſer unedle Verdacht nöthigt mich, Ihnen die Veranlaſſung in's Gedächtniß zurückzurufen, die uns in Toulouſe zu Freunden machte. Als Sie dort nach der Charge der britiſchen Cavallerie verwundet und hilflos liegen geblieben waren, wer ſchleppte Sie dort, ohne Rück⸗ ſicht auf die eigene Gefahr, von den Haufen der