Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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ſondern auch den ſtrengen Vater Adelaidens von unſerer Liebe unterrichten würde. Ich vertraute mich einem Freunde an, der zu einer heimlichen Vermählung rieth. Sie fand Statt; er ſorgte für die Licenz und den Geiſtlichen.

Was höre ich! rief der General ganz außer ſich vor Erſtaunen.Will denn die Hölle ſich über mich luſtig machen!

Geduld, alter Krieger, fuhr Lilini freundlich fort,das Uebrige wird bald erzählt ſein. Der Freund, dem ich ſo blindlings vertraute, war ein unglücklicher Nebenbuhler. Die Licenz, die er mir verſchafft hatte, war gefälſcht, der Geiſtliche ein Betrüger. Voll Unwillen über dieſe Entdeckung warf ich ihm und meinem Bruder, der, wie es ſcheint, in Uebereinſtimmung mit ihm handelte, ihren beiderſeitigen Verrath vor. Es erfolgte ein Kampf ein Schuß wurde abgefeuert und mein falſcher Bruder ſiel. Ich beſaß Freunde, die mich vor den Verfolgungen, die alſogleich begannen, in Sicherheit brachten, denn es war ausgeſprengt wor⸗ den, ich hätte durch Brudermord mich in den erb⸗ lichen Beſitz der Herrſchaft unſerer Voreltern ſetzen wollen. Da ſchon lange böſes Blut zwiſchen uns

beſtanden hatte, ſo wurde die Geſchichte allgemein geglaubt, mit Ausnahme eines Mannes, der Zeuge des ganzen Vorfalles geweſen war. Er wagte es, meine Unſchuld zu betheuern und bezahlte mit ſeinem Leben ſeine Unbeſonnenheit. Er wurde ermordet.

Und Ihr Bruder?

Blieb am Leben und wurde Gatte und Vater. Mein Tod wurde allgemein geglaubt. Adelaide