Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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und nimm mit Dir den Fluch des vertrauensvollen Thoren, den Du hintergangen haſt!

Nein, nein! ſtöhnte das unglückliche Weſen, auf die Kniee ſinkend,Sie thun mir Unrecht: bei Allem, was dem Herzen heilig iſt, Sie thun mir Unrecht. Ich bin ſchuldlos.

General von Courcie wiederholte das Wort ſchuldlos mit verächtlichem Lachen und wies nach der Thüre, welche in demſelben Augenblicke geöff⸗ net wurde, indem Graf Lilini unter derſelben erſchien.

Dieſer errieth ſogleich, welcher Art die Scene geweſen, die durch ihn unterbrochen worden war, und indem ér in das Zimmer hereinſchritt, hob er Adelaide aus ihrer flehenden Stellung auf.

Gehen Sie, flüſterte er ihr zu,und laſſen Sie mich mit Ihrem Gemahl allein.

Wer ſprach? fragte der entrüſtete Mann.

Ihr Freund Lilini.

Lilini? wiederholte der Blinde.Ja, ja, Sie ſind ein Freund. Wären auch Wahrheit und Ehre gänzlich von der Welt entwichen, ſo würden ſie doch noch einen Zufluchtsort in dieſem männ⸗ lichen Herzen finden.

Und doch könnte es dahin kommen, daß Sie ſelbſt an mir zweifeln, bemerkte der Graf, der, nachdem er Frau von Courcie bis an die Thüre geleitet hatte, wieder zurückgekehrt war.

Unmöglich! rief der General aus;ſelbſt die Warnung eines Engels vermöchte meinen Glauben an Ihre Ehrenfeſtigkeit nicht zu erſchüttern. Freund! Bruder! Lebensretter! Sie ſind gerade in einem Augenblicke angekommen, in welchem Ihre Anwe⸗

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