Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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Sie wiſſen, daß ſie es iſt, verſetzte Adelaide mit ruhiger Würde.

Sie haben mich nie hintergangen?

Nie.

Der Verdacht des Gatten fing an zu ſchwinden; noch einen Augenblick und er hätte ſie an ſein Herz gedrückt.

Auch nichts vor mir geheim gehalten, Adelaide? fragte er weiter.Beantworten Sie mir dieſe Frage bloß zu meiner vollkommenen Beruhigung. Sie erſchrecken! Ihre Hand zittert in der meinen. Iſt denn Alles wahr? Alles wahr, was ich zu glau⸗ ben nicht vermochte, fuhr er bitter fort,und die Ehre, welche die Feinde meines Vaterlandes nicht zu beflecken vermochten, iſt durch eine Frau beſchimpft.

Womit habe ich dieſen ungerechten Verdacht verdient? rief die Generalin aus, mit Mühe ihre Thränen unterdrückend.Iſt er Ihrer oder mei⸗ ner würdig? Als Sie mir antrugen, Ihren Namen mit mir zu theilen, ſagte ich Ihnen, daß meine Liebe einem Andern gehört habe.

Und daß dieſer todt ſei, unterbrach ſie der General;war dieß wahr?

Ich glaubte es.

Sie glaubten es! wiederholte ihr Gemahl wüthend.Jetzt iſt mir Alles klar. Schlange Geſchöpf ohne Scham und Erröthen die Dunkel⸗ heit meiner Augen iſt auf mein Herz gefallen. Verlaß mich, damit ich nicht aus Entrüſtung über das Gefühl meiner verletzten Ehre vergeſſe, daß Du ein Weib biſt. Geh mir aus dem Geſicht