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„Ein Vorwurf!“ rief der Fürſt im Tone ver⸗ letzten Stolzes.
„Nur in dem Falle, wenn Ihr Herz etwas davon weiß,“ rief Lilini.„Ihre frühere Huld und Ihr Vertrauen ſind zu tief in mein Herz gegraben, als daß über meine Lippen ein Wort ſchlüpfen könnte, das zu verletzen oder zu beleidigen im Stande wäre.“
Der Monarch— denn dieſe Bezeichnung kam ihm noch zu, obgleich das Scepter beinahe ſchon ſeinen Händen entfallen war— fuhr fort, noch einige Minuten lang ſtillſchweigend in dem weiten, einſamen Gemache, in welchem die Unterredung ſtatt⸗ gefunden hatte, auf⸗ und abzuſchreiten; mehrmals blieb er einen Augenblick ſtehen und betrachtete den Grafen, der in ſeiner reſpectsvollen Stellung ver⸗ harrte, wie wenn er hätte ſprechen wollen, worauf er jedesmal wieder ſeine Promenade fortſetzte. Endlich hielt er damit plötzlich inne und ſtreckte die Hand gegen den Grafen aus, der auf ein Knie ſinkend, dieſelbe an ſeine Lippen drückte.
Es iſt dieß das Siegel auf das Grab meiner neu erwachten Hoffnungen, dachte dieſer, und, trotz ſeiner Feſtigkeit, entglitt ihm unwillkührlich ein Seufzer. Die Kette iſt abermals zuſammen ge⸗ ſchmiedet.
Dießmal irrte ſich aber der Graf. Wie ſchwach, unſchlüſſig, ja ſogar ungerecht der Fürſt ſein konnte, ſo war ſein Herz als Freund feſt, rein wie ächtes Gold und den Berührungen der Sympathie eben ſo zugänglich, als die Saiten einer Laute, die durch eine geſchickte Hand angeſchlagen werden.


