Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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ließen, den das Schickſal verfolgte; eben ſo wenig den freiwilligen Eid, den ich leiſtete, als Verräther ſich verſchworen, Sie Ihrer Krone zu berauben, mich Ihrem Dienſte zu weihen. Sie werden mich allerdings dieſes Eides entbinden, aber es muß dieß nach Ihrem freien Willen geſchehen und nicht in Folge einer Verpflichtung, die Sie in einem Augen⸗ blick der Rührung vielleicht gegen einen Andern übernommen haben.“

„Sie bleiben alſo?“ rief der König mit einem Ausdrucke der Befriedigung.

„So habe ich mich geäußert, Sir.“

„Und Ihre Treue iſt unerſchüttert?“

Auf Lilini's Geſichte wechſelte Röthe und Bläſſe, als er dieſe ſeine Ehre ſo tief verletzende Zweifels⸗ frage vernahm.

„Eure Majeſtät iſt der einzige Menſch, der eine ſolche Frage ungeſtraft an mich zu ſtellen ſich er⸗ lauben darf,“ erwiderte er.„Unerſchüttert! Habe ich nicht hundertmal dem Tode getrotzt, um dieß zu beweiſen?— Meine theuerſten Wünſche ſtillſchwei⸗ gend zum Opfer gebracht?— Habe ich je Macht oder Gunſtbezeugungen aus Ihren Händen verlangt? — Habe ich nicht meinen Entſchluß ausgeſprochen, Verzicht auf den theuerſten Wunſch meiner Seele zu leiſten?— Wäre mein Rath, wären meine Bit⸗ ten befolgt worden, ſäßen Sie nicht in dieſem Augen⸗ blicke auf dem Throne Ihrer Vorfahren?

„Wahr— Alles wahr!“— murmelte Don Carlos.

„Und doch können Sie an mir zweifeln,“ er⸗ widerte Lilini bitter.