„Einem engliſchen Arzte, den Lilini mitge⸗ bracht hat.“
Bei dem Namen des Grafen ſtreckte der Patient die Hand aus und lächelte.„Ja,“ murmelte er ſchwach,„ihm kann ich trauen.“
Mit einer Hand ſo zart, als die einer Frau, wenn Sie ein geliebtes Weſen pflegt, löste Doctor Curry ſorgfältig die Bandagen ab, mit denen die Wunde verbunden waren. Kaum aber erblickte er dieſe, als ſeine Geſichtsfarbe wechſelte; der Graf, der ihn genau beobachtete, war im Begriff, zu ſpre⸗ chen, aber der alte Mann winkte ihm heimlich Still⸗ ſchweigen zu. Er reinigte nun das eiternde Glied mit einem Schwamme und führte eine Sonde in den Einſchnitt, welchen Sanchez gemacht hatte, in der Hoffnung, wie er ſagte, die Kugel aufzufinden. Eine ſchwarze Materie quoll aus der Wunde.
Der Patient zuckte und rührte ſich nicht, ſon⸗ dern ſchien vielmehr gar nicht zu wiſſen, was mit ihm vorging.
„Zu ſpät,“ ſagte Doctor Curry im Tone der tiefſten Theilnahme,„zu ſpät!“
Glücklicher Weiſe geſchah dieſer Ausruf auf Engliſch.
„Iſt keine Hoffnung mehr?“ fragte der Graf. „Keine! Die Wunde iſt vergiftet wor⸗ den. Er hat keine Stunde mehr zu leben.“
Ein Ausruf des Entſetzens und Erſtaunens ent⸗ ſchlüpfte Harold's und Harxy's Lippen.
„Kein Wort— kein Blick— kein Zeichen—“ ſagte Lilini, ſeine Gemüthsbewegung bemeiſternd. „Das edle Herz des Opfers darf nicht durch die


