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Mädchen hatte entfernt nicht die Abſicht, Bella je ihres Verſprechens zu entbinden.
„Wie konnte ich nur ſo ungerecht, ſo böſe ſein,“ rief Bella, als ſie ihren Vater wieder ſah,„auch nur entfernt zu denken, daß Sie Eugenia zu einer Verbindung gedrängt hätten, gegen die ſich ihr Herz auflehnt.“
„So hat ſie mir alſo Gerechtigkeit widerfahren laſſen,“ bemerkte der alte Mann, Bella küſſend. „Sie hat die Verbindung ſelbſt gewollt; denn ſie iſt des einfachen Landlebens müde. Möge ſie der Tauſch nie gereuen!“
Darauf wußte Bella, die ſo eben ihrer Schwe⸗ ſter Geſtändniß über dieſen Punkt vernommen hatte, nichts zu erwidern.
„Bei der Annahme des Antrags iſt von ihrer Seite durchaus keine Reigung mit im Spiele,“ fuhr der General fort;„ich fürchte ſogar, daß ſie einer ſolchen Empfindung gar nicht fähig iſt. Ehrgeiz hat ihren Entſchluß gereift; der Wunſch eines Wechſels; die Eitelkeit, ihre eigene Herrin zu werden; in den Beſitz eines glänzenden Hausweſens zu gelangen und in der Modewelt eine große Rolle zu ſpielen, das ſind die Motive, die ſie leiten. Der Gedanke an ihre Heimath und uns zu verlaſſen ſicht ſie nicht an.“
„Papa, Papa,“ unterbrach ihn Bella,„Sie be⸗ urtheilen Eugenia zu hart; ſie muß Sie lieben.“
„Ich werde ſo handeln, wie wenn dieß der Fall wäre,“ bemerkte der alte Mann betrübt,„obgleich ich ſchon längſt allen Glauben an ihre Liebe ver⸗ loren habe. Nachdem es ſelbſt Deinem geduldigen


