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bemerkte die Schöne in kaltem ſatyriſchem Tone, ſo⸗ bald ſie mit dieſer allein war.„Ich begreife jetzt des Vaters Vorliebe für dich. Deine verſtellte Herz⸗ lichteit kann Alle täuſchen, außer mich.“
„Verſtellte Herzlichkeit! O Eugenia, wie kannſt Du mich ſo mißkennen!“
„Weßhalb miſcheſt Du dich denn da ein, wo mein Glück auf dem Spiele ſteht? Willſt Du denn die Aufmerkfamkeit und Bewunderung eines Jeden für Dich in Anſpruch nehmen, der mich liebt?
„Wie lieblos und unedel!“ rief ihre Schweſter mit mehr Lebhaftigkeit als ſie je zuvor an den Tag zu legen gewagt hatte, denn ihr Herz wies mit Un⸗ muth dieſe Anſchuldigung zurück.„Ich ſprach in der Ueberzeugung, daß es gänzlich unmöglich iſt, daß Du dieſen Mann, dieſen Brandon Burg, lieben kannſt, der von Sitten und Geiſt roh iſt und keine einzige Eigenſchaft beſitzt, die das Herz eines Weibes, die ſich ſelbſt achtet, zu gewinnen vermag. Ich hielt Dich, Eugenia, von einem falſchen Schritte ab und machte Pir nie einen Vorwurf über das Opfer, welches mich dieſe Handlung koſtete. Ich möchte mich nochmals zwiſchen deinen Stolz und dein böſes Ge⸗ ſchick ſtellen. Ich möchte—“
„Spare Dir die Mühe,“ unterbrach ſie das hoch⸗ müthige Mädchen,„mein Entſchluß ſteht feſt.“
„Die Gattin Brandon Burg's zu werden?“
„Ja.“
„Aber du liebſt ihn nicht,“ fuhr das ſanfte Mädchen dringend fort, die nicht begreifen konnte, wie ein Weib ihre Hand vergeben könne ohne zu⸗ gleich ihr Herz damit zu verſchenken. In ihrer


