ſie war längſt mit ſich darüber im Reinen, daß die Mädchen jetzt weit mehr vorſchnell und eingebildet ſeien als zu ihrer Blüthezeit. Der übrige Theil des Abends ging ziemlich langweilig vorüber, denn die Gedanken von mehr als Einem Mitgliede der Geſellſchaft weilten bei dem abweſenden Harold, und in der darauffolgen⸗ den Nacht wurde ein Gebet, ſo rein als je eines von den Lippen der Unſchuld geſprochen worden war, an den Thron der Gnade für den in der Fremde Umherirrenden gerichtet.
Während der Paar Tage, welche Brandon und ihr Sohn in der Rachbarſchaft des Hofes zubrach⸗ ten, verſchaffte Mrs. Mortimer dem Erſtern häufig Gelegenheit mit Miß Trelawny zuſammen zu tref⸗ fen, deren Phantaſie durch die Aufzählung ſeines Reichthums erhitzt worden war, und der lenkſame Anſtrich, den Brandon ſich gab,— den ſie unmög⸗ lich zu lieben im Stande war,— war die beſte Eigenſchaft, die er beſitzen konnte. Zuweilen, wenn ſie ſeinem aufgeblaſenen Wortſchwall lauſchte, ver⸗ glich ſie ihn unwillkürlich mit Harold Trach und die Qual der Reue drückte ihr Herz. Den letztern hatte ſie durch ihre eigene Thorheit und Koketterie verloren und die Reue kam, wie in den meiſten Fällen, auch hier zu ſpät. Als der Yankee ſie um die Erlaubniß bat an den General ſchreiben zu dürfen, gab die ſtolze Schöne nur zögernd ihre Einwilligung, die ſie unmittelbar darauf wieder zu⸗ rücknehmen wollte; aber der Gedanke in der Ver⸗ bannung bleiben zu müſſen, wie ſie den Landauf⸗ enthalt nannte, hielt ſie davon zurück.
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