Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

8—

207

mit ſcheinbarer Offenheit erklärte„die Anſprüche

nicht ſchwächen. Er würde erröthen, aus einem

derartigen Umſtand Nutzen zu ziehen, und ſo bald

er wieder nach London komme, wolle er bei Sir

John Sellem nachfragen; er verlange bloß den moraliſchen Nachweis, um ſogleich die Auszahlung

erfolgen zu laſſen.

Kein Wunder, daß Brandon auf dieſe Weiſe täglich in der Meinung ſeiner neuen Freunde ſtieg. Es bedarf aber wohl keiner Verſicherung, daß die männliche und uneigennützige Rolle die er ſpielte, ihm von Albert Mortimer eingelernt worden war, der auf ihn jenen Einfluß übte, den ein überlege⸗ ner Geiſt ſtets über ein ſchwaches Gemüth zu er⸗ langen pflegt. Der gierige Yankee, mit ſeinem ſelbſt⸗ ſüchtigen Weſen, wäre gänzlich unfähig geweſen, irgend eine edlere Empfindung an den Tag zu legen, dagegen verſtand er es aber, eine ſolche zu heucheln, wenn es ſich darum handelte ſeine Intereſſen zu fördern oder Jemand zu täuſchen.

„Ich begreife nicht,“ bemerkte er an dem Abende, an welchem er Sir Mordaunt Trach und dem Ge⸗ neral vorgeſtellt worden war,„weßhalb Sie mein Geſtändniß verhinderten, daß ich im Beſitze von Miß Cheerly's Qnittung über den Empfang von fünftauſend Pfund bin, die deren Vater meinem Onkel Richard geliehen hat.“

„Einfach deßhalb, weil Sir John ſie fälſchte,“ verſetzte ſein Rathgeber.

Brandon Burg ließ einen langen Pfiff hören, worüber Albert die Stirne runzelte.„Ich wünſchte

„