243 Die dicke eichene Thüre, das feſte Schloß daran, ſowie überhaupt die Vorſichtsmaßregeln, die er an⸗ gewendet hatte, das Entwiſchen der Opfer ſeiner Schlechtigkeit unmöglich zu mochen, dienten nun zu deren Sicherheit. Der Mörder konnte jetzt nicht zu ihnen gelangen, und in ſeiner Wuth fluchte er der Uebereilung, daß er nicht zuvor ſich des Schlüſſels bemächtigt habe. In ſeinem Bedauern lag aber weder Mitleid mit ſeinem Opfer, noch Reue über ſein Verbrechen. Er kehrte an die Thüre zurück und verſuchte mehrmals vergebens, ſie zu öffnen; ſie widerſtand aber ſeinem ganzen Kraftaufwand. Ohne Beihilfe, das war klar, konnte er nicht hoffen, daß es ihm gelingen werde. Aber wem ſollte er
Vertrauen ſchenken? Es war dieß eine ſehr ernſte Frage, namentlich wenn er daran dachte, daß ſein Leben vielleicht von deren Beantwortung abhange. Die gefahrvolle Lage, in der er ſich befand, dämpfte allmählig ſeine Aufregung. Er wurde kälter und die ruhige Ueberlegung ſtellte ſich wieder ein. Sein erſter Gedanke war, ſich der Hilfe des Knaben Kelf zu bedienen; dann fiel ihm aber ein, daß er ſich auf deſſen Stillſchweigen nicht verlaſſen könne, ſelbſt wenn er ſtark genug wäre, ihm be⸗ hilflich ſein zu können; dann verfiel er auf einen ſeiner Pächter, der auf einem entfernten Theil des Gutes in einem Häuschen wohnte, einen ſtarken,
entſchloſſenen Menſchen, jedoch von ſehr zweifel⸗
haftem Charakter, Zigeuner Jack genannt— der⸗ ſelbe, vor deſſen Gewaltthätigkeit Kit Corling den Sohn ſeiner neuen Hauswirthin in Schutz genom⸗
men hatte. Es war dieß ein gefährlicher Schritt, 168


