Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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ſie näher an ſich zog, damit, wenn Jemand an der Thüre lauſche, ihre Unterredung nicht gehört werde.

„Ich bin froh, daß Sie dieß glauben,“ ſagte Nanch, ihr mit kindlichem Vertrauen in's Geſicht blickend,„denn es wäre hart, ſo jung ſterben und Jemand zurücklaſſen zu müſſen, der— der—“

„Sie liebt,“ ergänzte Emma.

„Ja. Ich wagte nicht, das Wort ſelbſt auszu⸗ ſprechen,“ erwiderte Nancy, die Thränen abwiſchend, die bei dem Gedanken an Kit ihr in die Augen ge⸗ treten waren.„Sie ſehen, was für ein ſchwaches, thörichtes Geſchöpf ich bin.“

„Ich wiederhole,“ flüſterte Emma,„daß ich keine Gewaltthat zu befürchten habe,“— wenigſtens vorerſt, ſetzte ſie in Gedanken hinzu,„aber dieſe Entführung hat mir einen heimlichen Verdacht be⸗ ſtätigt, der ſchon lange mich quälte, jedoch in ganz unbeſtimmter Form. Dieſe Form nimmt aber jetzt Geſtalt an. Ich bin um mein Erbe betrogen wor⸗ den, Nancy, gewiſſenlos betrogen worden, und meine alte Amme, in die ich ſo blindes Vertrauen ſetzte, hat ſich bei der Beute betheiligt.“

„Die ſchändliche Creatur!“ rief ihre Unglücks⸗ gefährtin;„aber ich fürchte, Sie haben Recht. Ich mochte Ihnen nie etwas dergleichen ſagen, aber Kit hegte ſtets den Verdacht, daß ſie das Halsband, das Sie ihr anvertrauten, unterſchlagen habe. Und ich ſchalt ihn darüber und nannte ihn lieblos, daß er ohne Urſache ſo ſchlimm von Jemand denke! Ich glaube jetzt faſt ſelbſt, daß er die Welt beſſer kennt, als ich, obgleich er nie aus London hinaus