Mit dieſen Worten verließ er das Zimmer, deſſen Thüre er ſorgfältig hinter ſich abſchloß.
„Was für ein Heuchler iſt dieß!“ bemerkte die Nähterin im Tone des Erſtaunens.„Wie ich ihn ſo von ſeinem Weibe, von Rebecca und dem weiten Wege, der ſie ſo hart mitgenommen habe, ſprechen hörte, hielt ich ihn für faſt eben ſo ſchlicht, als mich ſelbſt. O Miß Cheerly! Miß Cheerly!“ ſetzte ſie hinzu, indem ſie mit troſtloſer Miene um ſich blickte, „was wird der arme Kit denken?— Was wird er empfinden?—“
„Es iſt dies nicht mein geringſter Kummer,“ bemerkte Emma,„daß Ihre Liebe zu mir, Sie gu⸗ tes, freundliches Mädchen, zur Genoſſin meines Elends machte.“
„Das bedaure ich nicht,“ verſetzte die Rähterin, mit Mühe das Weinen unterdrückend,„denn wie hätten Sie dieß Alles allein durchmachen können? Leider kann ich Ihnen nicht von großem Nutzen ſein; denn ich bin viel zu einfältig, um Ihnen Rathſchläge zu ertheilen. Ich kann nicht einmal den Grund errathen, weßhalb man uns hieher ge⸗ bracht hat. Können Sie es?“
Emma ſchüttelte traurig den Kopf.
„Die Leute können doch nicht ſo ſchlecht ſein, uns umbringen zu wollen,“ fuhr Nanchy fort, deren Wangen bei dieſem Gedanken ſich gänzlich entfärbten.
„Ich hoffe, nein.“
„Was haben wir ihnen denn zu Leide gethan?“
„Ich glaube nicht, daß wir perſönliche Gewalt⸗ thätigkeit zu fürchten haben,“ bemerkte Miß Cheerly, indem ſie den Arm um ihre Freundin ſchlang und


