Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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dieſer war aber mit einem ſchweren Vorlegſchloſſe verſehen.

„Da braucht man ſich nicht vor Räubern zu fürch⸗ ten,“ rief ſie lachend.„Die würden Mühe haben, hier zu öffnen.“

Sie machte nun am zweiten Fenſter den Ver⸗ ſuch, jedoch mit demſelben Erfolg.

Miß Cheerly unterſuchte beide Vorlegſchlöſſer und verwunderte ſich über die Entdeckung, daß beide ganz neu waren.

„Ich will die Thüre öffnen,“ ſprach Nanch.

Auch dieſe war verſchloſſen.

Die hülfloſen Mädchen ſahen einander einige Minuten lang ſtillſchweigend an, da keine von bei⸗ den den Grund begreifen konnte, weßhalb man ſie gefangen hielt..

„Wie argwöhniſch!“ bemerkte die Nähterin.

„Was argwöhnen Sie?“ fragte ihre Unglücks⸗ gefährtin zaghaft.

„Ich? Nichts. Auf uns iſt man argwöhniſch,“ erwiderte Nancy,„oder vielmehr auf mich, denn ich hoffe, daß die Leute nicht ſo niederträchtig ſind, etwas Schlimmes von Ihnen vorauszuſetzen. Glau⸗ ben dieſe vielleicht, es gelüſte mich, ihre ſchöne Kanne zu ſtehlen! ſelbſt nicht, wenn ſie von Gold, ſtatt von Silber wäre,“ ſetzte ſie hinzu.

Emma nahm die Kanne vom Tiſche weg und hob ſie gegen das Licht; hier bemerkte ſie zu ihrem Erſtaunen, daß das Wappen Sir John Sellem's darauf gravirt war. Während ihren Entbehrungen,

die ſie fo lang und geduldig ertragen, hatte ſie ſich öfter gefragt, ob der Bankier wirklich mit der Ge⸗

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