Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

verſehen waren, um einiges Licht hereinzulaſſen, verſchloſſen waren.

„Mein Zimmer befindet ſich zu ebener Erde,“ er⸗ widerte die Frau ohne die mindeſte Verlegenheit; „aber Rebecca ſchläft hier oben und ich meinte, es würde Ihnen hier beſſer gefallen.“

Dieſe Erklärung ſchien ſo natürlich, daß Emma nicht weiter fragte, ſondern ſich mit Nancy an den Tiſch ſetzte, um Etwas von den Speiſen zu genießen. Möchten Sie vielleicht gerne Wein haben?“ fragte die Frau.

„Wein!“ wiederholte die Nähterin.„Ich habe in meinem Leben nie welchen gekoſtet und habe keine Idee wie er ſchmeckt.“

Die Frau erklärte, daß ihre Neugierde befrie⸗ digt werden ſolle und verließ, trotz der Vorſtellun⸗ gen, die Miß Cheerly dagegen machte, das Zimmer, deſſen Thüre ſie ſorgfältig hinter ſich abſchloß.

„Was für ein prächtiges Haus!“ rief Nanchy aus. „Wie gern möchte ich Alles ſehen. Rebecca's Schwe⸗ ſter und Schwager müſſen wahrhaftig ſehr ehrliche, wackere Leute ſein, daß man ihnen ſo Vieles an⸗ vertraut. Sehen Sie nur einmal dieſe Kanne, Miß Cheerly. Ich glaube gar, ſie iſt von maſſivem Sil⸗ ber! Die muß viel Geld gekoſtet haben.“

Emma lächelte über die Naivetät ihrer Be⸗ gleiterin.

„Aber Sie eſſen ja gar nicht!“ bemerkte dieſe.

Emma beklagte ſich über die drückende Hitze im Zimmer, in deſſen Kamin ein luſtiges Feuer brannte. Die Nähterin ſtand von ihrem Stuhle auf und eilte nach dem Fenſter, um einen der Läden zu öffnen: