Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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beide kalt, wie der Schnee, der den Gipfel des Aetna deckt, aber gleich jenem Schnee verbargen auch ſie ein Feuer, welches langſam das Innere verzehrte.

„Sind Sie ſtandhaft genug, Harold,“ fragte Bella nach einem kurzen Ueberlegen,„ohne ein Wort zu erwidern oder einen Schrei auszuſtoßen, eine Wahrheit zu hören, welche Ihnen tief in's Herz ſchneiden wird?“

„Ich kann es, verlaſſen Sie ſich darauf.“

„Ich bin eine Sterbende,“ flüſterte ſie.„St! den⸗ ken Sie an meinen armen Vater. Dieſer harte Schlag wird ihn nur zu bald treffen. Die kurze Lebens⸗ friſt, die mir noch bleibt, muß ich dazu verwenden, ihn auf meinen Verluſt vorzubereiten. Ich werde nie die Braut eines andern Mannes werden. Das Grab wird mich aufnehmen. Es iſt dieß kein Ge⸗ ſpenſt meiner Einbildung, ſondern meine tiefinnerſte Ueberzeugung, und wenn ich Ihnen das Geheimniß mittheile, mein Freund, mein Bruder, ſo geſchieht es nur deßhalb, damit die Kenntniß deſſelben dazu beitrage, die Wunde zu heilen, die ich unwill⸗ kürlich geſchlagen habe.“

Kalte Schweißtropfen ſtanden auf Harold's Stirne, die ihm Seelenangſt und Verzweiflung aus⸗ gepreßt, während er ihren Worten gelauſcht hatte. Ohne zu wiſſen, was er that, ſank er vor ihr auf die Kniee und küßte ihre Hand, die er leibenſchaft⸗ lich an ſeine Lippen drückte. Bella fühlte ſeine heißen Thränen darauf niederträufeln, von denen ſie jede einzelne nach den bangen Schlägen ſeines Herzens hätte zählen können.

„Ich habe Ihnen dieß mitgetheilt,“ ſprach ſie mit