Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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er hinzu,„daß Sie die Treue in demſelben zu leſen vermöchten. Ein Wort, ein Lächeln verwan⸗ delt meine Zweifel in Freude.“

Anſtatt des Lächelns, um das er gebeten, brach die arme Bella in Thränen aus.„Für was für eine herzloſe Kokette wird er mich halten,“ mur⸗ melte ſie in ſich hinein.

„Vielleicht habe ich ſie beleidigt,“ ſprach Harold aufſtehend,„indem ich die Form der Etikette oder des Reſpekts verletzte; aber Sie werden mir dieß verzeihen. Meine Lippen und mein Herz ſind nicht in der Schule des Lebens gebildet worden. Ich ſpreche wie das Gefühl es mir eingibt, ein Gefühl, das eben ſo heiß, wie aufrichtig iſt. Bella,“ ſetzte er hinzu, ihre Hand ergreifend, die ſie ihm willen⸗ los überließ,„ſpielen ſie nicht mit meinem Schmerz. Handeln Sie edelmüthig, ihrer ſelbſt würdig und machen Sie meinem Zweifel ein Ende. Darf ich hoffen?“

„Miſter Tracy,“ erwiderte das zitternde Mädchen.

„Miſter Tracy,“ wiederholte der junge Mann. „Und warum nicht Harold? das klingt herzlicher.“

„Es klingt allerdings herzlicher,“ fuhr ſie mit verzweiflungsvoller Feſtigkeit fort,„verzeihen Sie mir die kältere Bezeichnung. Sie haben mich nicht beleidigt. Die Liebe eines ehrenwerthen Mannes iſt eine Huldigung, auf welche die reichbegabteſte Frau ſtolz ſein darf, um wie viel mehr Eine, die eines Herzens, wie das Ihrige, gar nicht werth iſt! Es iſt aber unmöglich, daß ich Ihnen je mehr als Schweſter ſein kann.“

„Eine Schweſter!“ rief Harold.