Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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leriſcher Stellung auf einer Chaiſelongue ausge⸗ ſtreckt lag, war ganz eigenthümlicher, man hätte ſagen mögen, halb orientaliſcher Art; namentlich ſprach ſich dieß in dem ſchmachtenden, halb ſchläf⸗ rigen Ausdrucke ihrer großen ſchwarzen Augen aus, aus welchen zuweilen leidenſchaftliche Blitze ſchoſſen. Ihr Kopf war herrlich geformt und ſeine ſchönen Umriſſe noch gehoben durch die Art, wie ſie ihr Haar trug, das in einer einfachen Flechte ihre hohe Stirne umgab, wie es einſt die Paſta in der Rolle der Medea trug; ihr Mund war voll Anmuth, wenn ſie lächelte; wenn ſie aber ernſt war, ſo lag auf ihren Lippen vielleicht ein zu ſarkaſtiſcher Ausdruck. Es war mit Einem Worte einer jener Köpfe, welche jungen Männern Herzklopfen verurſachen und von denen ſie träumen, wenn ſie ſie zu genau betrach⸗ tet haben. Ihr Gewand von indiſchem Kaſchmir verbarg nur theilweiſe die tadelloſen Umriſſe ihrer Geſtalt, und ſie war wirklich hinreißend ſchön, wie ſie, einen Arm auf das Kiſſen geſtützt und den Kopf ein wenig zurückgeworfen der Unterhaltung ihres Geſellſchafters lauſchte.

Sie haben eine ſonderbare Meinung von un⸗ ſerm Geſchlecht, ſprach ſie;wielleicht reden Sie aber aus Erfahrung?

Nein; bloße Theorie.

Theorie! wiederholte das ſchöne Mädchen. Schulweisheit, dem pedantiſchen Lehrer abgelauſcht. Miſtreß Mortimer, fuhr ſie fort,haben Sie Ihres Sohnes Worte ſo eben gehört?

Ich habe in derTimes geleſen, meine Liebe, erwiderte dieſe, obgleich ſie nicht ein Wort von