Sein einziger Bruder, Oberſt Trach, hatte ſich näm⸗ lich verheirathet und war von ſeiner Frau mit einem Sohne beſchenkt worden.
Dieſer Knabe, Harold genannt, verlor beide Eltern, als er kaum fünf Jahre alt geworden war, und kam nun in das Haus ſeines reichen Onkels, der nach ſeinen eigenen Anſichten ihn zu erziehen beſchloß, oder wie deſſen unvermählt gebliebene Schweſter Margaret, einſt eine gefeierte Schönheit, jetzt die Haushälterin ihres Bruders, ſich auszu⸗ drücken pflegte, ihn auf jegliche Weiſe zu verziehen.
Dieſe Vorausſagung wäre auch ohne Zweifel in Erfüllung gegangen, wenn dieſer Neffe nicht glücklicher Weiſe ſo ausgezeichnete Naturanlagen gehabt hätte, daß trotz aller Mißgriffe nichts an ihm verdorben werden konnte. Dafür wurde er aber auch ſeinem Onkel ſo lieb und werth⸗ daß Ha⸗ rold's Wille förmlich zum Geſetz in Granstoun⸗ Part wurde. Mit dem Studiren gab er ſich zwar nicht übermäßig viel ab, dafür erhielt er ſich aber einen frohen, heitern Sinn, und wenn auch manche Fehler mit ihm groß gewachſen waren, als er acht⸗ zehn Jahre alt wurde, ſo blieb er dagegen rein von jedem Laſter. Kein Wunder, daß Sir Mor⸗ daunt, ſtolz auf ſeinen Erben, ihn ſo innig, wie der Vater ſeinen einzigen Sohn liebte, und daß der Jüngling ihn für den beſten und liebreichſten Men⸗ ſchen auf der Welt hielt.
Was Harold's Aeußeres betraf, ſo konnte man ſein Geſichts wohl hübſch nennen, doch lag deſſen Schönheit mehr im Ausdruck als in der Regel⸗ mäßigkeit der Züge. Seine Stirne war ſchön ge⸗


