Erſtes Kapitel.
Nach einem unter Genüſſen und Zerſtreuungen der Jugend aller Art hingebrachten Leben zog ſich Sir Mordaunt Trachy, zur großen Verwunderung ſei⸗ ner faſhionablen Freunde, aus der Welt zurück und zwar in einem Alter, in welchem man für Ge⸗ nüſſe am empfänglichſten zu ſein pflegt. Man zer⸗ brach ſich vergebens den Kopf darüber, was wohl die Veranlaſſung ſein mochte, da Sir Mordaunt weder in ſeinem Vermögen zurückgekommen, noch in ſeinem Ehrgeiz gekränkt worden war, und Rie⸗ mand ahnte den wahren Grund, der kein anderer als verſchmähte Liebe war. In ſchon ziemlich vor⸗ gerückten Jahren hatte er zum erſten Male ernſt⸗ lich geliebt und war zurückgewieſen worden, weil das Herz, das er anzubieten hatte, nicht von der Reinheit war, wie es der Gegenſtand ſeiner Wahl in Anſpruch nahm. Die Zeit heitte zwar auch dieſe Wunde, allein zugleich trat ein Freigniß ein, wel⸗ ches ihn der Nothwendigkeit enthob, um eines Nach⸗ folgers willen, der ſeine Titel und Güter erbte, ſeinen Entſchluß, ehelos zu ſterben, zu brechen.


