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60 zum Archivzimmer finden werde, ſetzte Mabel inzu:
„Sie werden daſelbſt die Correſpondenz des Mannes ſehen, den ich wahnſinnig geliebt, deſſen Ehrgeiz ich die Bande der Natur, die Achtung vor mir ſelbſt, kurz Alles geopfert habe. Leſen Sie die Briefe, Walter; urtheilen Sie über die Wirkung, welche ſie auf eine junge, glühende Phantaſie, auf einen in der Einſamkeit erzogenen, mit der Welt unbekannten Geiſt hervorbringen mußten; vielleicht werden Sie dann nachſichtiger gegen mich ſein.... Die Kraft mangelt mir,“ nahm ſie nach einer Pauſe wieder das Wort.„Unter meinem Kopfkiſſen wer⸗ den Sie ein Käſtchen finden; geben Sie es mir.“
Der Baronet ſtand auf und reichte ihr das Käſtchen.
„Nein, behalten Sie es,“ ſagte Mabel,„ich will es nicht mehr anrühren.“
„Was enthält es?“
„Beweiſe für Roderichs Verbrechen. Oeffnen Sie es jetzt nicht; warten Sie, bis ich todt bin.“
Eine der erſten Sorgen Sir Walters bei ſeiner Ankunft in London war geweſen, Se. Ehrwürden, Mr. Wharton zu berufen, auf deſſen beredten Zu⸗ ſpruch er rechnete, um das verhärtete Herz der Sterbenden zu rühren. Er fühlte, daß er ſelbſt zu jung wäre, um die Rolle des Ermahners auf ſich zu nehmen, und wollte eine hiezu beſſer taugliche Per⸗ ſon mit dieſer Sorge beauftragen.
Man klopfte ſanft an die Thüre des Zimmers, Walter öffnete ſie, und der Geiſtliche trat ein.
„Ich laſſe Sie jetzt, meine Tante, auf einige


