Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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„Ich verzeihe Allen, die mir etwas zu Leid ge⸗ than haben.“

„Roderich ausgenommen!“ rief ſie, die Stirne runzelnd;„lebend oder todt, können Sie ihm nicht verzeihen. Ohne Zweifel iſt er ruinirt; aber dieß reicht nicht hin, ſeine Verbrechen und meine Krän⸗ kungen zu ſühnen. Verfolgen Sie ihn bis zum Grabe.... ah! ich bin ruhig.... ruhig wie der Augenblick, der dem Sturm vorangeht; meine Worte werden Sie nicht mehr ſchrecken.“

Ueber eine Stunde unterhielt ſie ſich mit ihm, ohne eine Anſpielung auf den Gegenſtand ihres Haſſes zu machen.

„Ich habe Sie kommen laſſen,“ fuhr ſie dann fort,„Sie um Verzeihung zu bitten, Sie zu er⸗ ſuchen, meinem Andenken nicht zu fluchen. Ich habe die Familienjuwelen vor der Raubgier des Zerſtörers gerettet; Sie werden dieſelben im Archivzimmer fin⸗ den, mit den Beſitztiteln und andern auf das Herr⸗ ſchaftsgut befindlichen Papieren.“

„Ich habe das Zimmer, wovon Sie ſprechen, nicht geſehen, und Allan ſelbſt ſcheint es nicht zu kennen.“

„Ich allein kenne den Eingang dazu. Das Ge⸗ heimniß wurde nur den Herberts anvertraut.“

„Ich werde kein Geheimniß daraus machen. Es hat ſchon zu viel Myſterien in unſerer Familie ge⸗ geben.“

„Das iſt wahr! und vielleicht haben Sie Recht. Wenigſtens ſind Sie das Haupt der Familie und werden bald deren einziges lebendes Glied ſein.“

Nachdem ſie ihm erklärt hatte, wo er den Ein⸗