Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

Dein Betragen empfindeſt, wenn Du bereuſt, die Pflichten der Gattin und Mutter verrathen zu haben, ſo mögeſt Du einen Troſt darin finden, zu vernehmen, daß ich Dir verzeihe. Suche nicht, Dein Kind wieder zu ſehen; ich habe es in ſichere Hände gebracht. Deine Heirath und ſeine Ge⸗ burt werden nicht veröffentlicht werden, als bis er das Alter von einundzwanzig Jahren erreicht hat.

Walter Herbert.“

Während Mr. Barnard und Marion Kenntniß davon nahmen, irrten die Augen der unglücklichen Frau von dem Einen zum Andern, zu entdecken bemüht, ob irgend ein Argwohn, ein Zweifel ihren Geiſt durchkreuze. Nie war eine Prüfung befrie⸗ digender.

„Armer junger Mann! welcher unglückliche Irr⸗ thum!“ murmelte Marion.

„Man muß ihm verzeihen,“ ſetzte ihr Vater hin⸗ zu,„ſeine Vernunft muß zerrüttet geweſen ſein, als er dieſe Linien ſchrieb.“

„Sie zweifeln nicht an meiner Unſchuld?“ rief Miß Atkin lebhaft gerührt;„Sie glauben nicht, daß die, welcher Sie die Ehre Ihres...“

„Kein Wort weiter,“ fiel der Bankier, ſich er⸗ hebend, ein;„verletzen Sie nicht die Liebe meiner Tochter und meine eigene Freundſchaft durch eine ungeheuerliche, unmögliche Vorausſetzung. Ich weiß jetzt die Urſache des tiefen Kummers, welcher während der erſten Jahre des Aufenthalts in meiner Familie die Farbe von Ihren Wangen, den Frieden aus Ihrem zerriſſenen Herzen verbannte. Ich begreife