Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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Es war gerecht, daß Mabel für das Uebel, das ſie ihrem ältern Bruder zugefügt hatte, Strafe litt; aber welches ihre Verbrechen waren, ſtand doch dem⸗ jenigen, welchem zulieb ſie dieſelben begangen, nicht das Recht zu, ſich zum Rächer aufzuwerfen.

Ich werde ſie überwachen, murmelte er,ich werde ſie ſo wenig verlaſſen, als ihr Schatten. Sie ſpielt ein verzweifeltes Spiel, aber ich werde ihre Hoffnung noch vereiteln.

Nach dem Schluß ſeiner Betrachtungen kleidete er ſich zum Diner an.

Auf dem Ball am Abend ſah man die meiſten der vornehmen Familien der Grafſchaft. Die Mehr⸗ zahl beſuchte denſelben Sir Colins wegen, deſſen Candidatur man wünſchte. Einige wurden durch Neugierde herbeigezogen, denn es hatten ziemlich ehrenrührige Gerüchte in Bezug auf die übereilte und unbedachte Heirath der Erbin von Crowshall ſo kurz nach dem Tode ihres Bruders circulirt. Andere endlich hatten die Einladung aus Genußſucht ange⸗ nommen, welche der Tumult der Welt für ihre Exi⸗ ſtenz nöthig machte; ſie langweilten ſich zu Hauſe, da ſie keine der Eigenſchaften beſaßen, welche das Glück in der Ruhe und Stille des häuslichen Heerdes finden laſſen.

Aber was Roderich als ein wahrer Triumph vor⸗ ſkam, war die Gegenwart von Lord und Lady Mount⸗ ljoy, einem der älteſten Namen der Pairie. Lord Mountjoy war mit Mabel von Seiten ihrer Mutter durch Verſchwägerung etwas verwandt; inzwiſchen war ſeit Sir Harry's Tode eine Unterbrechung aller Beziehungen zwiſchen ihnen eingetreten.

Das Erbe. IV.! 2