Platz genommen hatte, war ihr Bruder Harry an ihrer Seite. Traurige, ſchmerzliche Gedanken dräng⸗ ten ſich ihr auf. Seit Jahren hatte ſie nicht zu beten verſucht, aber die Anſtrengung, die ſie machte, erleichterte ſie. Kummer und Täuſchung hatten ihr verhärtetes Herz erweicht. Sie dachte an ihre Brü⸗ der, wie ſie dieſelben in jener glücklichen Zeit, da ſie noch ein unſchuldiges Mädchen war, geſehen zu haben ſich erinnerte; dann dachte ſie über deren Schickſal nach. Welchen Theil hatte ſie daran ge⸗ nommen? Wo waren ſie nun?
Die Reuige wagte kaum die Augen nach der Seite der Kirche zu wenden, wo ein ſehr ſchön aus⸗ gehauener Wappenſchild den Eingang zu der Gruft ihres Stamms bezeichnete.
Nach der Predigt bot Roderich Mrs. Montréſor ſeinen Arm, um ſie aus der Kirche zu führen. Nie⸗ mand ſchien ſich um Mabel zu bekümmern oder daran zu denken, daß ſie gegenwärtig war. Die vergeſſene Gattin mußte allein nach Hauſe zurückkehren.
Während ſie über den Kirchhof hinſchritt, näherte ſich ihr der alte Allan und entblößte vor ihr ſein graues Haupt. Von ſeinem Platze unter den Päch⸗ tern hatte er ſie beobachtet und errathen, was in ihrem Herzen vorging. Er war gerührt von dieſer Veränderung, indem er hoffte, daß ſie aus wahrer Reue komme.
„Ich habe Ihre Botſchaft ausgerichtet,“ ſagte er.
„Danke, Allan,“ rief ſie,„Ihr habt mir den letzten Dienſt geleiſtet, den ich von Euch zu begehren hatte. Schickt mir mein Couſin keine Antwort?“
den Herbert vorbehaltenen Stande der Emporkirche


