Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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wenn es denſelben begegnete, das, was ſie ihre Güte und Schwäche nannte, zu mißbrauchen, indem ſie nach elf Uhr noch zu trinken veklangten, denn um dieſe Stunde ſchloß ſie regelmäßig ihr Haus, wenn es nicht gewiſſe außerordentliche Veranlaſſungen gab, wie die Kirchweihe von Crowshall, den Tag wo man die Pochtgelder zahlte, und den Geburtstag des Schloßherrn. 3

Nicht daß Mrs. Bunce, rechtlich geſprochen, kei⸗ nen Vertheidiger gehabt hätte; ſie hatte einen Gat⸗ ten, einen kleinen, friedlichen und ſchweigſamen Mann, der verſtohlen durch das Haus ſchlich, wie wenn er befürchtet hätte, ſeine Gegenwart möchte beſchwer⸗ lich ſein; niemals fragte man ihn um ſeine Mei⸗ nung, niemals zog man ſeine Wünſche zu Rathe. Hätte er ſie ausgedrückt, ſo wäre man nicht darauf eingegangen, und dieſer demüthige Gatte ſchien nie unruhiger, als wenn man ihn Wirth. nannte; dieſer Name tönte in ſeinen Ohren wie eine Anklage auf Verrath und Uſurpation.

Alle Abende nahm Michael ſeinen Platz in dem Saal unter ſeinen Gäſten. Er ſetzte ſich immer auf dieſelbe Stelle gegenüber von dem Portrait ſeiner Frau, dem er zuweilen einen furchtſamen und re⸗ ſpectvollen Blick zuwarf. Peter Quince, der Schul⸗ meiſter, nannte dieſes Portrait witzig das memento mori des Wirthes. Es war nicht ganz ohne Grund, denn es übte auf den Gatten beinahe ebenſo viel Einfluß wie das Original.

Beim Eintritt in den Saal nickte der Gerichts⸗ ſchreiber Michael leicht zu, welcher dieſen Gruß mit der Miene tiefen Reſpectes erwiderte, ſo empfäng⸗