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ihn zu wählen, um ſo mehr, da er Ihrer beabſich⸗ tigten Reiſe nach Paris nichts in den Weg legt.“
Die ſchuldbewußte Frau blickte inſtinktartig auf ihre zitternde Tochter.
„Sie haben Recht,“ ſagte der Advokat;„die Freunde von Miß Boothroyd ſind der Meinung, daß ihr Verbleiben bei Ihnen nicht zu ihrem Glück beitragen könne. Lady Bell Fourreau, die Vor⸗ münderin Ihrer Couſine, der Miterbin von Meldown, wird ſich freuen, die junge Dame bei ſich aufzu⸗ nehmen.“
„Wenn ich aber Nein ſage?“
„So bleibt es bei dem geſetzlichen Verfahren.“
„Und wenn ich einwillige?“
„Werden die Briefe vernichtet, das heißt,“ fügte der vorſichtige Advokat bei,„ſo bald Ihre Toch⸗ ter volljährig iſt.“
„Meine Couſine Lillian meint es wohl gut,“ ſagte Alice;„aber ich kann von ihrer Güte keinen Gebrauch machen. Wenn meine Mutter unglücklich iſt, ſo iſt es die Pflicht der Tochter, bei ihr zu bleiben und ſie zu tröſten— hat ſie gefehlt, mit ihr zu beten und zu leiden.“
Wenige Herzen ſind ſo ganz und gar verhärtet, daß nicht in irgend einem Winkel ſich noch eine Saite fände, welche auf die Stimme der Natur an⸗ ſpricht. Die Hpferwilligkeit ihres Kindes richtete mehr aus, als die Drohung des Advokaten.
„Du willſt mich alſo nicht verlaſſen?“ rief ſie.
„Nicht gegen Ihren Wunſch.“ 1
„Alice,“ ſagte die Lady mit gewaltſamer An⸗ ſtrengung,„vielleicht iſt's beſſer, wenn wir ſcheiden.


