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Der erſte Gedanke der Lädy war, dem Advokaten zu trotzen; aber in den kalten grauen Augen), mit welchen der Begleiter des Gentleman ſie muſterte, lag etwas, was einen gewiſſen unbehaglichen Ein⸗ druck auf ſie hervorbrachte. Sie zog ſich nach dem Bibliothekzimmer zurück und winkte Mr. Morton, ihr zu folgen.
„Sie werden hier bleiben,“ flüſterte der Letztere.
Mr. Meadows antwortete nur mit einem Wink, welcher andeutete, daß er recht wohl wußte, um was es ſich handelte. Während er noch den Erfolg abwartete, langte ein anderer Wagen mit Lillian und Lady Bell an, die jedoch vorläuſig nicht aus⸗ ſtiegen.
„Ich habe Ihnen keine angenehme Mittheilung zu machen,“ bemerkte Mr. Morton.„Es iſt ein Haftbefehl gegen Sie ausgeſtellt worden.“
„Lächerlich!“ rief die Lady.
„So würde es wenigen Perſonen vorkommen,“ verſetzte der Rechtsgelehrte trocken.
„Auf welchen Grund hin?“
„Wegen Complotts, Ihre Nichte um ihren An⸗ theil an dem Meldown'ſchen Beſitzthum zu berauben. Wird die Sache aufs Aeußerſte getrieben, ſo dürfte die Anklage eine noch ernſtlichere Form ge⸗ winnen. Alle Ihre Briefe an Ihren verſtorbenen Steward Andrew Siler ſind in meinen Händen.“
Lady Boothroyd ſank in ihren Seſſel. Ihr Selbſt⸗ vertrauen hatte ſie endlich verlaſſen.
„Es gibt nur einen Weg, der Verhaftung aus⸗ zuweichen,“ nahm Mr. Morton wieder auf;„und ich hoffe, Sie werden die Nothwendigkeit einſehen,
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