Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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ſchon längere Zeit ſich in Indien aufhielten, die An⸗ gelegenheit in einem ganz anderen Licht. Sie hat⸗ ten längſt den Geiſt der Unzufriedenheit bemerkt, welcher, dem glimmenden Feuer gleich, nur einer günſtigen Gelegenheit bedurfte, um loszubrechen und nach allen Seiten hin Verheerung zu verbreiten; aber auch ſie hatten keine Ahnung von den Schreckens⸗ ſcenen, die ſich vorbereiteten, von den Unthaten, welche ſo manchen engliſchen Herd öde machen ſoll⸗ ten und als unauslöſchliches Brandmal fortleben werden auf den Blättern der Geſchichte, die von Englands Herrſchaft in Indien handeln.

Es iſt erſtaunlich, wie wenige Menſchen ſich vor den Ereigniſſen des letzten Kriegs eine richtige An⸗ ſicht von dem Charakter der Sepoys gebildet hatten, und doch fehlte es nicht an Material zu einer gründ⸗ licheren Würdigung. Ihre Religion war und iſt ein Syſtem von Grauſamkeit, gebaut auf die ſchlimmſten Leidenſchaften der Menſchennatur. Der Aſiate iſt von Natur hinterliſtig und hat keinen Sinn für die Wahrheit.

Alle Orientalen ohne Ausnahme halten es für ein verdienſtliches Werk, den Europäer zu betrügen, und es gereicht den Engländern wahrhaſtig nicht zur Ehre, daß ihnen während des langen Verkehrs mit ihnen und der Herrſchaft über ſie nicht gelungen iſt, einige Liebe oder Achtung zu gewinnen. Die Ein⸗ gebornen ſehen nämlich in uns nur Heuchler, und wenn wir ruhig alle die Umſtände ins Auge faſſen, welche das Umſichgreifen unſerer Herrſchaft im Orient begleiteten, ſo können wir uns kaum darüber wundern. Unterſuchen wir die Sache näher. Erſtlich rühm⸗