Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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einige Minuten, ein lebendes Bild der Verzweiflung, wie angewurzelt ſtehen; Thränen füllten ihre Augen, die kurz zuvor noch von Hoffnung geglüht hatten, und rieſelten ihr über die von der Sonne gebräun⸗ ten Wangen. Plötzlich wiſchte ſie dieſelben ab, als ſchäme ſie ſich ihrer Schwäche, und ihr aufgeregtes Antlitz gewann allmälig den gewöhnlichen ruhigen Ausdruck wieder.

Dahin, flüſterte ſie;der Traum meines Le⸗ bens iſt entſchwunden. Ich hätte ihn gerettet aber nicht für eine Andere, nicht wegen des Mäd⸗ chens mit dem blaſſen Geſicht, das er mir vorzieht. Es iſt ſein Schickſal; warum ſollte ich verſuchen, ihm Einhalt zu thun?

Gedankenvoll kehrte ſie nach der Stelle unter der Platane zurück, wo ſie während ihres Geſanges ge⸗ ſtanden, und hob daſelbſt von der Erde eine aus Gras und Blättern zuſammengewirkte Kugel auf, in welcher der Prieſter die todbringende Brillen⸗ ſchlange verborgen hatte. Ohne ein Anzeichen von Furcht oder Abſcheu zu verrathen, zog ſie die Schlange heraus, die ſofort ſich um ihren Arm ringelte, aber keinen Verſuch machte, zu entwiſchen oder ſie zu beißen. Ohne Zweifel war der Saft, womit Nadir ihre Hand eingerieben hatte, ein wirkſames Schutz⸗ mittel.

Die Rächerin! murmelte ſie, den Wurm be⸗ trachtend;die Rächerin

Nachdem ſie das Thier ſorgfältig wieder in ſei⸗ nem Laubneſt verborgen hatte, warf ſie den Schleier über ihr eigenthümliches Coſtüm und ging raſchen Schrittes Mr. Chutnee's Wohnung zu. Kehoda war