Herz einer Anderen gehört. Ich habe keine Liebe zu vergeben.“
„Sie verachten mich,“ murmelte das Mädchen in ſchmerzlichem Tone.
„Nein,“ verſetzte Richard theilnehmend,„ich hege nur Verachtung gegen das Verbrechen, Mitleid für die Schwäche. Ich möchte nicht die einfachſte Pflanze ihrem Standort entreißen, es ſei denn, um ſie na einem günſtigeren zu verſetzen. Aber ſelbſt wenn mein Herz frei wäre, könnten wir nichts miteinander gemein haben, da dies ſchon der Unterſchied unſeres Glaubens verbietet.“
„Dein Tempel ſoll der meinige, Dein ſonneloſes kaltes Land meine Heimath ſein,“ erwiderte das Mädchen.„Durch meine Liebe zu Dir hab' ich mein Leben auf's Spiel geſetzt; glaube nicht, ich würde mich zurückſehnen nach dem Land meiner Geburt.“
„Das iſt Thorheit, Wahnſinn!“ rief der Jüng⸗ ling, durch ihre Beharrlichkeit verwirrt.
„Sie halten mich für arm?“ ſagte Kehoda.
„Reichthum kann mich nicht verlocken,“ unterbrach
ſie Richard;„denn ich habe bereits mehr von dem gleißenden Tand, als ich mir wünſche.“
„So hören Sie mich an,“ fuhr das Mädchen haſtig fort, als ſie bemerkte, daß der junge Mann ſich entfernen wollte.„Sie kennen den Werth der Gabe nicht, die Sie zurückweiſen. Beantworten Sie mir nur eine einzige Frage.“
„So ſei kurz,“ entgegnete Richard ungeduldig.
„Welche Ehren würde Ihre Inſelkönigin dem
Manne verleihen, welcher ihr den glänzendſten Ju⸗


