Stimmung;„wenn mir der Himmel dies verleiht, ſo wünſche ich mir nichts weiter.“
Richard hatte eine geraume Weile in dieſem träumeriſchen Zuſtand verbracht, als muſikaliſche Laute ſein Ohr trafen und ſeinen Geiſt aus der idealen Zukunft in die Gegenwart zurückriefen. In kurzer Entfernung von der Hängematte ſtand eine weibliche Geſtalt, die ganz durch den weiten ſafran⸗ gelben Schleier, wie er von den indiſchen Ratſch⸗ mädchen getragen wird, verhüllt war.
Es war Kehoda, die von Mereiatels Tempel zurückkehrte.
Richard hatte ſie in Sir Charles Fourreau's Hauſe oft geſehen, und auch die Blicke, die ſie ihm zuwarf und die er ſich trotz ſeiner Unerfahrenheit deuten konnte, wahrgenommen; aber ſein Herz war, abge⸗ ſehen von ſeinen Grundſätzen, von einer zu reinen Liebe erfüllt, als daß der Blick der Leidenſchaft ihr hätte etwas anhaben können.
Unter dem Schleier war ihm die Erſcheinung fremd; erſt als aus ihrem Munde ihm die melodi⸗ ſchen Laute einer rührenden indiſchen Liebesklage an's Ohr drangen, rief er unwillkürlich den Namen Kehoda, weil er wohl wußte, daß kein anderes In⸗ dianermädchen ein ſolches Lied an ihn richten konnte.
Im Nu war der Safranſchleier, der ihren Kör⸗ per umhüllte, zurückgeſchlagen und das Natſchmäd⸗ chen ſtand in demſelben funtelnden geſtickten Kleide da, das ſie im Tempel getragen hatte. Schwere goldene Spangen umgaben ihre Hand⸗ und Fuß⸗ gelenke, und die Blüthen des Scharlachpipul waren in ihr Haar geflochten, das in reicher Fülle über die


