—
71
lieben; die Jugend mag Kraft holen aus ihrem edlen Antrieb und die Erinnerungen aufbewahren als Ruhepunkt für das Alter.
Unſere jüngeren Leſer können ſich wohl die Ge⸗ fühle vorſtellen, mit denen unſer Held in dem tiefen Schatten des indiſchen Waldes unter dem dichten, jeden Strahl der Sonne ausſchließenden Dach, das die ſich verſchlingenden Aeſte über ihm bildeten, um⸗ her wandelte. Er hätte keinen beſſeren Platz zur Einkehr in ſich ſelbſt wählen können. Die Stille wurde nur durch das Geſumm der Inſekten und da und dort durch Flötentöne eines Singvogels unterbrochen.
Bald gelangte er nach einer kleinen, vertieften Lichtung, wo an den rieſigen Zweigen eines der den freien Raum umgebenden Bäume eine Hängematte befeſtigt war, die ihn zur Ruhe einzuladen ſchien. Er beſtieg ſie, zündete, um die Musquitos abzuhalten, eine Cigarre an und vertiefte ſich allmälig in jene Träumereien, welche das Herz gleich lieblicher Muſik erfüllen.
Er dachte an Lillian und an das Glück, das ihre Liebe ihm in Ausſicht ſtellte, dann an den Augenblick, der ihn den Armen ſeiner Mutter, dem Kuß der Schweſter und dem Segen des Vaters zurückgeben ſollte. Mit der Hoffnungfriſche der Ju⸗ gend ſah er bereits die Ehre ſeines Vaters befreit von jedem Schatten des Argwohns, und die Ver⸗ gangenheit, die traurige Vergangenheit geſühnt.
„Mögen Andere nach Reichthum, Macht oder Ruhm trachten,“ flüſterte er in weicher, glücklicher


