Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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vorüber ſein. Bald iſt das Scepter der ungläubigen Eroberer von Indiens hundert Thronen zerbrochen.

Glaubſt Du dies bei Deiner Erfahrung? fragte ſein Zuhörer.

Es liegt im Rathſchluß der Göttin, antwortete der Bramine in dem gleichen kalten, ruhigen Tone, und ſteht geſchrieben in den heiligen Veden.

Einer ſolchen unwiderleglichen Behauptung durfte kein Gläubiger widerſprechen, da es den Prieſtern allein zuſtand, die heiligen Bücher auszulegen.

Du weißt, Vater, daß ich einen Nebenbuhler habe, lautete die Entgegnung, und die Augen des Sprechers funkelten von Hoß.

Einen begünſtigten?

So verſichert mich mein Späher. Du ver⸗ ſprachſt mir ihn zu beſeitigen.

Und ich werde Wort halten, verſetzte der Greis. In dieſer Abſicht habe ich Kehoda nach dem Tempel beſchieden. Das Wahrzeichen iſt abgegangen.

Sie gehorcht vielleicht nicht.

Der Prieſter berührte die geheimnißvolle Schnur, die als Abzeichen ſeiner prieſterlichen Würde von ſei⸗ ner rechten Schulter niederhing.

Du vergiſſeſt, daß ſie eine geſchworene Dienerin des Tempels iſt und daß auf dem Ungehorſam die Todesſtrafe ſteht.

Obſchon ein herzloſer Wüſtling, ſchauderte doch der Zuhörer, der als einer von den Eingeweihten wohl wußte, auf welche eigenthümliche Todes⸗ art der Sprecher anſpielte. Die Wittwenverbren⸗ nungen und die Tödtung der Kinder ſind nicht die