Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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welcher er diente, zu beſuchen pflegten. Er war ein großer, ehrwürdig ausſehender Mann, mit langem, wallendem, ſchneeweißem Bart und tauſend Furchen im Geſicht, namentlich um die Augen, die, wenn er ſie nicht wie gewöhnlich zur Erde geſenkt hielt, viel Schlauheit, gemiſcht mit dem Ausdruck der Wildheit verriethen.

Al Murad und Nadir ſaßen auf ſchwellenden Kiſſen in einem der verborgenſten Winkel des Tem⸗ pels, in einem großen gewölbten Raume, auf deſſen Wänden eingeborene Künſtler die Incarnationen des Wiſchnu abgebildet hatten. Das Geſicht des Bankiers verrieth große Aufregung und Ungeduld, während ſein Gefährte ſich ruhig und leidenſchaftslos verhielt.

Warte, ſagte der Lehrer.Die Zeit überwin⸗ det Alles, nur nicht den Glauben.

Warten! wiederholte ſein Schüler in reumü⸗ thigem Tone;ich habe gewartet, bis mein Herz in Galle verwandelt war. Ich ſage Dir, Vater, daß ich dieſes Chriſtenmädchen hoffnungslos bis zum Wahnſinn liebe.

Nicht hoffnungslos, verſetzte der Prieſter.Hab' ich Dir nicht verſprochen, ſie zu Deinem Eigenthum zu machen, und iſt Nadir je ſeinem Wort untreu ge⸗ worden?

Im Vertrauen auf dieſes Verſprechen habe ich mich Dir verkauft, bemerkte Al Murad,mein Leben und Eigenthum an einen Entwurf geſetzt, der

Gelingen muß, unterbrach ihn der alte Mann. Die Götter haben es ſo beſchloſſen. Die Stunde unſerer Schmach und Knechtſchaft wird mit Nächſtem

Smith, Ebbe u. Fluth. 1V. 5